Corona-Vorsorge Infektionsschutz muss auch in der Landwirtschaft eingehalten werden

Darum geht’s:

Nach Recherchen des NDR-Magazins Panorama verstoßen bundesweit landwirtschaftliche Betriebe gegen die allgemein geltenden Regeln zum Infektionsschutz bei der Erntearbeit. In Baden-Württemberg ist laut Spiegel bereits ein Erntehelfer am Corona-Virus gestorben, weitere Helfer sind erkrankt. Eine Anfrage der Grünen Landtagsabgeordneten Eva Viehoff ergab, dass auch von Schlachtbetrieben in Niedersachsen Abstands- und Hygieneregelungen nicht eingehalten werden. Die Grünen fordern nun verbindliche Einzelunterbringungen für Werksvertragsarbeiter*innen sowie die lückenlose Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen in lebensmittelerzeugenden Betrieben.

Das sagen die Grünen:

Eva Viehoff, regionale Landtagsabgeordnete:

„Die Landkreise setzen die geltenden schwachen Gesundheitsschutzempfehlungen der Landesregierung sehr unterschiedlich um. Hier muss das Gesundheitsministerium schnellstens wirksame Regeln schaffen und landesweit durchsetzen. Sammelunterkünfte sind ein Infektionsherd. Wir fordern die Unterbringung von Erntehelfer*innen und anderen Werkvertragsarbeiter*innen in Einzel- oder Doppelzimmern. Dafür stehen aktuell genügend leerstehende Hotels, Herbergen und Ferienwohnungen im ganzen Land zur Verfügung.

Dass die Landesregierung offenbar keine Pläne für eine Sicherstellung des Infektionsschutzes in der Schlachtindustrie und bei der Ernte hegt, ist ein Skandal. Behörden und Betriebe müssen die Arbeitsschutzmaßnahmen dringend erhöhen. Wir wollen nicht, dass sich das Corona-Virus wie in Baden-Württemberg auch bei unseren Erntehelfer*innen ausbreitet. Zum Schutz der Arbeiter*innen sowie der Lebensmittelproduktion muss die Landesregierung hier endlich einschreiten und dafür sorgen, dass überall wirksame Schutzmaßnahmen gegen Corona umgesetzt werden.“

Hintergrund:

Eine Anfrage der Grünen (Drucksache 18/6228) ergab, dass die Landkreise den Erlass des Gesundheitsministeriums für Sammelunterkünfte und Werkvertragsarbeiter*innen vom 20.03.2020 sehr unterschiedlich umsetzen. Zudem hat die Landesregierung laut eigener Auskunft keine Pläne, den Infektionsschutz in der Schlachtindustrie mit weiteren Maßnahmen sicherzustellen.

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