Statement Grüne: Welfen-Finanzen dubios, Besitzverhältnisse der Marienburg ungeklärt, Übernahme von Sanierungskosten durch Steuergeld fahrlässig

Ende letzter Woche hat die Landesregierung einen Kooperationsvertrag mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst vorgestellt, nach dem die Marienburg mit finanzieller Hilfe des Landes in ein „Neuschwanstein des Nordens“ verwandelt werden soll. Die Grünen im Landtag halten diesen Vertrag und insbesondere die Übernahme der Sanierungskosten durch das Land für „fahrlässig“.

Stefan Wenzel, haushalts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag:

„Dieser Kooperationsvertrag kann nicht vergessen machen, dass die Besitzverhältnisse und auch das Finanzgebaren der Welfen als ursprüngliche Besitzer in vielerlei Hinsicht dubios bleiben. So ist immer noch ungeklärt, wo die fast 40 Millionen Euro aus der Versteigerung von Kunstschätzen im Jahr 2005 verblieben sind. Auch der Verbleib der Sammlung Calenberg ist unklar. Völlig offen ist, wie der Rechtsstreit zwischen den königlichen Nachkommen über die tatsächlichen Besitzverhältnisse ausgehen wird. Herr Thümlers fröhliche Botschaft klingt angesichts der Faktenlage doch eher wie ein Pfeifen im Märchenwald. In Wirklichkeit hantiert er mit ungedeckten Wechseln. Immerhin wird damit tatsächlich für eine gewisse Vergleichbarkeit von Neuschwanstein und der Marienburg gesorgt: Gilt doch der Umgang vom Märchenkönig Ludwig II. mit seinen Finanzen bis heute geradezu als Synonym der Verschwendungssucht!“

Eva Viehoff, wissenschafts- und kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag:

„Der im Zusammenhang mit dem Kooperationsvertrag bekannt gewordene Ankauf von Gemälden durch das Landesmuseum ist eine zusätzliche Finanzspritze für die Welfen, genauso wie die jetzt vereinbarte Restaurierung von Kunstgegenständen. Für die beteiligten Studierenden sind die Erfahrungen in der praktischen Arbeit sicher wertvoll.  Für die in Corona gebeutelte Kultur gibt es Hilfen tröpfchenweise, doch hier werden mit Steuergeld Versäumnisse ausgebügelt, die den Burgherren zuzuschreiben sind.“

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