Grüner Antrag im Landtag Eva Viehoff: Mehr Qualität im HVV-Bereich

Die Grüne Landtagsfraktion hat einen Antrag für eine umfassende Qualitätsoffensive im HVV-Bereich in den Landtag eingebracht, der im Februar im Verkehrsausschuss in die Anhörung geht. „Wir wollen, dass endlich umfangreiche Maßnahmen zur Angebots- und Qualitätssteigerung im Hamburger Verkehrsverbund auf den Weg gebracht werden. Der HVV-Bereich ist immer wieder von Zugausfällen, Verspätungen und mangelnder Infrastruktur betroffen. Diese Hemmnisse müssen beseitigt werden, um eine Verdoppelung der Fahrgäste bis zum Jahr 2030 zu erreichen“, erläutert Eva Viehoff, regional für den Landkreis Stade zuständige Abgeordnete.

 

Niedersachsen ist insgesamt Schlusslicht in der Nutzung des ÖPNV. Das gemeinsame Ziel auf Landesebene und in den Regionen des HVV müsse daher sein, den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Personennahverkehr und den Schienenpersonennahverkehr zu erreichen. „Jeder neue Fahrgast im HVV-Bereich bedeutet weniger Autoverkehr auf den ohnehin überlasteten Straßen und ist somit ein sinnvoller Beitrag zu weniger Lärm- und Luftbelastung“, so Viehoff. „Leider sind die Weiterentwicklungsmöglichkeiten im HVV derzeit durch Kapazitätsprobleme am Hamburger Hauptbahnhof beschränkt. Umso wichtiger ist es, dass die Landesregierung zeitnah das Gespräch mit den politisch Verantwortlichen in Hamburg sucht, damit die weitere Planung des Ausbaus des Hamburger Hauptbahnhof und des Knotenpunkts Hamburg-Harburg vorangeht.“

 

Aber auch eine Reihe von Einzelmaßnahmen müssten jetzt auf den Weg gebracht werden:

-        Abstellmöglichkeiten für Fahrräder müssen an den Bahnstationen deutlich verbessert werden und mit Ladeinfrastruktur für Pedelecs und Elektrofahrzeuge ausgestattet werden. Auch die Möglichkeiten der Fahrradmitnahme in den Regionalbahnen, auch in den heutigen Sperrzeiten, muss optimiert werden.

-        Ein großes Hemmnis zur Nutzung des HVV ist derzeit die mangelhafte Anschlusssicherung für die Fahrgäste. Deshalb fordern wir im Rahmen der Digitalisierung ein umfassendes Abschlusssicherungssystem, um Anschlussverluste oder erhebliche Wartezeiten zu verringern bzw. zu vermeiden.

-        Im Zuge der Beratungen zum HVV-Bereich ist auch erforderlich endlich mit allen 5 Verkehrs- und Tarifverbünden in Niedersachsen zu einheitlichen Vertriebs- und Tarifstrukturen zu kommen. Hier erwarten wir von der Landesregierung zeitnah eine Initiative, um das Ziel zu erreichen. Grundlage für bessere Nutzung der Angebote sind transparente und übersichtliche Tarif- und Vertriebsstrukturen für die Kunden.

-        Eine weitere Verbesserung im HVV-Bereich ist die Reaktivierung von Bahnstrecken im Hamburger Umland. Das würde die Städte und Ballungsgebiete zusätzlich vom Individualverkehr entlasten. Beispielhaft zu nennen wären hier die Strecken Lüneburg-Soltau, Lüneburg-Bleckede, der Moorexpress von Stade nach Bremen und der Strecke von Buchholz/ Jesteburg über Maschen nach Hamburg-Harburg.

 

Viehoff macht deutlich: „Wir setzen darauf, dass SPD und CDU unsere Vorschläge aufgreifen werden und es eine fraktionsübergreifende, starke Initiative auf Landesebene geben wird, um nachhaltige Verbesserungen jetzt auf den Weg zu bringen. Nur so wird es uns gelingen, den Anteil der ÖPNV Nutzungen zu erhöhen.“ Unabhängig von Verbesserungen im HVV-Bereich sei es jetzt angezeigt, mit allen Verkehrs- und Tarifverbünden in Niedersachsen für einheitliche und vor allem transparente Vertriebs- und Tarifstrukturen zu sorgen.

 

„HVV-Qualitätsoffensive- Nahverkehr im Hamburger Umland stärken, optimieren, vernetzen und ausbauen“ - Entschließungsantrag Bündnis 90/Die Grünen 15.01.2019 Drucksache 18/2577

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