Grüne wollen nächste Milchkrise verhindern Erzeuger stärken, ohne Märkte in der dritten Welt zu zerstören

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Die anhaltenden niedrigen Milchpreise bedeuten für viele Milchbauern seit Jahren einen hohen wirtschaftlichen Druck. Eine erneute Milchpreiskrise würde für viele den wirtschaftlichen Ruin bedeuten. „Die Milchviehhalter haben eine extrem schwache Marktstellung gegenüber Molkereien und sind Preisschwankungen hilflos ausgesetzt“, erläutert die grüne Landtagsabgeordnete Eva Viehoff.

Deswegen hatte die Grüne Landtagsfraktion schon im Sommer 2018 einen Antrag gestellt, um die Position der milcherzeugenden Familienbetriebe zu stärken. Dieser Antrag wurde in dieser Sitzungswoche im Landtag beraten: „Zentral ist die Einführung der Weidetierprämie, denn Weidetierhalter*innen leisten einen wichtigen Beitrag für den Schutz von Wasser und Boden. Außerdem sorgt Weidehaltung für mehr Tierwohl“, sagt Viehoff. Ein weiteres Instrument sei, dass Ställe für über 300 Tiere nicht mehr gefördert werden.

Steigende Milchmengen sind seit dem Ende der Milchquoten-Regelung die Hauptursache, warum die Milchpreise im Keller sind, so Viehoff. Langfristig brauche es aber wieder einen Regulierungsmechanismus auf EU-Ebene. Kriseninstrumente wie die Einlagerung von Milchpulver und den Export in Entwicklungsländern seien kein nachhaltiges Kriseninstrument. Sie würden die Probleme der hiesigen Bauern nicht lösen, dafür den Milchmarkt in Entwicklungsländern zerstören. Die große Koalition aus SPD und CDU hat einen Änderungsantrag eingebracht, der die grünen Forderungen aufweicht. Außerdem fordert die GroKo einen verstärkten Export von Milchprodukten außerhalb der EU. „Unsere Milchbauern können aber von den Marktpreisen in Schwellen- und Entwicklungsländern nicht überleben“, ist sich Viehoff sicher.

Zum Grünen Antrag: www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/landtag/plenarinitiativen/artikel/antrag-der-naechsten-milchkrise-wirksam-begegnen.html

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